Archiv für Februar 2008

Gegen «Wettrüsten» in den Alpen

Der SAC lehnt das Projekt eines 117 Meter hohen Turms auf dem 3883 Meter hohen Klein Matterhorn ab.

Das Projekt wird als respektlos gegenüber einer der grossartigsten Hochgebirgslandschaften der Welt bezeichnet. Der Nachbarberg Matterhorn sei mit seiner einzigartigen Form das Symbol für den Idealberg schlechthin, ein Geschenk an die Zermatter, das diesem Ort bis heute enorme wirtschaftliche Prosperität beschert habe.

Die Belastung des schmalen Landschaftskorridors zwischen Matterhorn und Monte Rosa, sei schon mit den heutigen Anlagen an eine Obergrenze gelangt. Auch die weltweite Bergsteigergemeinde lehne das Projekt ab und im Fall einer Baugesuchseingabe wäre mit einer internationalen Protestbewegung grossen Ausmasses zu rechnen, schreibt der SAC. Ebenfalls Ablehnung findet das Projekt bei der Umweltorganisation Mountain Wilderness.
Natürlich würden wir uns da anschliessen!

Das «Wettrüsten» für touristische Grossprojekte in den Alpen würde massiv ankurbeln würde.

Skiarena auf der Engstlenalp – Naturschützer dagegen

Arnold Kappler, Projektleiter des Schneeparadieses Hasliberg-Frutt-Titlis und kämpft für den Zusammenschluss der drei eher kleinen Skigebiete zu einer einzigen, statthaften Skidestination mit an die 200 Pistenkilometern.  Verbindungsglied wäre die Engstlenalp: Sie liegt zwischen dem Einzugsgebiet der Titlisbahnen und den Skianlagen von Melchsee-Frutt.

Die Alp gibt zu streiten: Die einen sehen in ihr ein schutzbedürftiges Juwel der Natur, die andern ein schlecht genutztes touristisches Gelände. Die Gegner befürchten, dies sei nur der Anfang: Längerfristig würden auch die Hänge vom Graustock Richtung Melchsee-Frutt beschneit.

Klar ist aber auch: Dem Naturschutz steht die Rentabilität gegenüber. Das Projekt – mit einem Investitionsvolumen von geschätzten 35 bis 50 Millionen Franken – muss sich längerfristig auszahlen.

Die Gegner wollen das Projekt rechtlich bekämpfen – wenn nötig bis vor Bundesgericht. Und wenn dies nichts nützte, so wollen sie politische Mittel ergreifen. Die Projektleiter stellen sich schon mal auf lange Verfahren ein: «Vor 2010 werden wohl keine Anlagen gebaut», sagt Arnold Kappler. Ob sie danach gebaut werden, ist zumindest unsicher.

Schnell auf’s Jungfraujoch

Die Jungfraubahn Holding hat eine Ingenieurunternehmung mit der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie beauftragt, wie das Bahnunternehmen mitteilte. Gedacht wird an eine Tunnelverbindung vom Lauterbrunnental aufs Jungfraujoch, die mit einem Schnellaufzug oder einer Standseilbahn 2600 Höhenmeter überwinden würde. Es wäre das weltweit längste Tunnel-Liftsystem. Die Jungfraubahnen versprechen sich von dem futuristischen Projekt neue Wachstumsperspektiven, ohne die Landschaft in der Region des Unesco-Welterbes zu beeinträchtigen. Die Reise aufs Jungfraujoch könnte so zum Halbtagesausflug werden, heisst es in der Mitteilung. Zugleich soll die Attraktivität der traditionellen Zahnrandbahn gestärkt werden, indem die Gäste für die Berg- oder die Talfahrt den Schnell-Lift benutzen könnten.

Noch sind aber zahlreiche Abklärungen nötig, die von der Geologie über den Umweltschutz und die Landeigentümer bis zur Frage reichen, wie die rasche Überwindung einer solchen Höhendifferenz medizinisch verträglich ist. Mit der Machbarkeitsstudie wurde die Ingenieurunternehmung Bern AG (IUB) beauftragt.

Link: Jungfraubahnen