Archiv für Oktober 2007

Klettersteig auf Chinesisch

Der gefährlichste Wanderweg der Welt befindet sich in China. Der Hua Shana gilt als König der fünf heiligen Berge des Landes. Auf den Gipfel führt ein Wanderweg, der es in sich hat. In die teils senkrecht in den Himmel ragenden Felswände wurden Stufen gehauen und Ketten befestigt. Daran ziehen sich jedes Jahr Tausende von Besuchern hinauf. Ein Teil von ihnen kommt aber nie auf dem Gipfel an. Im Schnitt scheitern jedes Jahr um die 100 Personen am heiligen Berg. Mehr als am Matterhorn!

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Seine erste Hochtour

Sohnemann wollte mal mit Papa auf eine Hochtour. Bergführer Rolli schlug den Tierberg vor.

Um 8:00h sind wir vom Steingletscher (Parkplatz Unpol) auf knapp 2100m losmarschiert. Hinauf zur Tierbärglihütte. Der Weg teilweise vereist, deshalb gings direkt den Felsen hoch. Die Hütte ist nicht mehr bewartet, darum mussten wir uns selber verpflegen. Die Steigeisen anschnallen und anseilen war für Sepi ungewohnt und eben das erste Mal. Danach abmarsch über den Tierberggletscher hinauf zum Vorder Tierberg auf 3091 müM.

Er, als Sportler, hat’s konditionell gut geschafft, der ungewohnte Gang am Seil mit Steigeisen hat ihn trotzdem gefordert: „Rolli chasch es müh langsamer laufe!“ Den Gipfel haben wir 1 Stunde früher als geplant erreicht.

Dann gings „Hochalpin“ hinunter durch die Tierberglücke auf den Zwischen Tierbergen Gletscher. Diese Variante wird wenig gemacht, weil’s steil durchs Coulvoir hinab anspruchsvoll ist und Steinschlag droht. (Nur mit Führer zu empfehlen).

Dann Ausstieg aus dem Gletscher hinüber zum Tierberglägerli, um danach auf dem „T4“ Hüttenweg Trifthütte – Hängebrücke hinab über die Trift-Brücke bis zur Bergstation der KWO Bahn zu wandern.

Offensichtlich haben wir den letzten Hochtouren Tag erwischt, bevor der Winter einkehrt. Der Tag war traumhaft, wolkenlos nicht zu kalt, die Aussicht atemraubend, und Sohnemann wird diesen 8 Stünder als Einstieg in die Hochtouren – Bergwelt nie vergessen.

Dank an Roland Frutiger für seine (wie immer) sichere, umsichtige, einfühlsame und unterhaltende Führungsarbeit. Wir zählen ihn übrigens zu den 10 besten Bergführern!

Hier noch ein paar Bilder

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Ursachen der Steinlawine am Einser

Nach der gigantischen Steinlawine in Südtirol hat die Diskussion über die möglichen Ursachen begonnen. In der Süddeutschen Zeitung ist ein Interview, mit Ludwig Nössing vom Bozener Amt für Geologie erschienen.

SZ: Herr Nössing, wie kam es Ihrer Ansicht nach zum Felssturz am Einser?

Nössing: Es handelt sich um eine Erosion in Folge von atmosphärischen Einflüssen – Wasser, Frost und Tau. Der Dolomitenfels ist ja kein homogener Block, sondern in seinem Inneren porös und zerklüftet. Wenn Wasser in die Hohlräume eindringt, durch Temperaturschwankungen gefriert und wieder auftaut, lockert sich das Gestein. Die mögliche Folge ist ein Felssturz, wie wir ihn erlebt haben.

SZ: Reinhold Messner macht den Klimawandel verantwortlich: In Folge der Erderwärmung würden die Permafrostareale schmelzen, die im Fels als eine Art Klebstoff wirken.

Nössing: Das ist im Prinzip schon richtig, weil der Klimawandel für die stärkeren Temperaturschwankungen verantwortlich ist. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das in diesem Fall eine entscheidende Rolle gespielt hat. Der Felssturz ereignete sich auf einer Höhe zwischen 2400 und 2600 Meter, die Permafrostareale aber liegen in der Regel etwas höher.

SZ: Ist beim Stichwort Klimawandel nicht ohnehin Vorsicht angebracht? Felsstürze hat es in den Dolomiten doch schon immer gegeben.

Nössing: Es stimmt, wenn Sie vor einer hohen Dolomitenwand stehen, dann haben Sie am Fuß immer eine Geröllhalde, ein sogenanntes Kar, das sich durch herabfallendes Gestein gebildet hat. Kleinere Felsstürze sind bei Carbonatgestein normal. Es steht allerdings noch eine Studie aus, inwiefern die Häufigkeit in den letzten Jahren doch zugenommen hat.

SZ: Ihr eigener Eindruck?

Nössing: Meine geologische Laufbahn dauert nun schon mehr als drei Jahrzehnte, und die Felsstürze der letzten Jahre, von 2004 bis jetzt, sind die größten, die ich in dieser Zeit erlebt habe. Im August 2004 hatten wir eine Steinlawine am Thurwieser in der Ortlergruppe, im selben Jahr ist eine Felsnadel der Cinque Torri in den Dolomiten zusammengebrochen (bei Cortina d’Ampezzo, d. Red.), und im vergangenen Sommer hatten wir den Felssturz an der Eiger-Ostflanke. Da liegt ein Zusammenhang mit dem Klimawandel natürlich nahe.

SZ: Messner hat außerdem gesagt, die Folgen seien in den Bergen nicht mehr aufzuhalten – egal, welche Maßnahmen zum Klimaschutz man ergreifen werde. Sehen Sie das ähnlich pessimistisch?

Nössing: Die Klimatologen sagen ja, dass der Grundstein der heute spürbaren Klimaveränderungen vor 30 Jahren gelegt wurde. Es spielen aber natürlich viele Ursachen eine Rolle. Dass in 30 Jahren alle Gletscher geschmolzen und die Permafrostareale verschwunden sind, halte ich für eine gewagte These.

SZ: Erhalten Sie Warnsignale von Messstationen, dass ein Felssturz möglicherweise bevorsteht?

Nössing: Im Fischleintal hat es frühe Warnsignale meines Wissens nicht gegeben. Natürlich gibt es zahlreiche Messstationen, aber diese Systeme sind noch in der Entwicklung, die Auswertung der Daten ist schwierig. Man muss sehr genau wissen, wie sich welches Gestein unter bestimmten Bedingungen verhält, und so weit sind wir noch nicht. Wir haben eine Permafroststudie in Auftrag gegeben, die im nächsten Jahr fertig wird – von ihr erhoffen wir uns nähere Erkenntnisse. Glücklicherweise hat der Hüttenwirt der Talschlusshütte am Freitag genau richtig reagiert: Er hat gesehen, dass es am Einser zu vermehrtem Steinschlag kam und die Wanderer schon am Parkplatz aufgehalten.

SZ: Herrscht in den Sextener Dolomiten bis auf Weiteres Alarmstufe Gelb?

Nössing: Kleinere Steinlawinen sind seit Freitag noch heruntergekommen, die betroffenen Wanderwege bleiben vorerst gesperrt. Der Berg muss sich nach diesem Großereignis erst mal beruhigen.

(SZ vom 16.10.07)

Gigantische Steinlawine in den Dolomiten

Eine enorme Steinlawine hat sich von einem Berg in den italienischen Dolomiten gelöst. Nach ersten Angaben des Zivilschutzes in Bozen gab es keine Verletzten.

„Das ganze Tal ist voller Staub, man sieht überhaupt nichts mehr“, sagte ein Augenzeuge. Die Geröllmassen seien am Morgen aus fast 2600 Metern Höhe vom Gipfel des Einser im Hochpustertal in Richtung Tal gestürzt, berichten italienische Medien.

Mit 60.000 Kubikmetern abgerutschter Felsmasse sei die Lawine besonders groß gewesen. Jedoch seien derartige Erdrutsche in den Dolomiten keine Seltenheit, sagte ein Geologe. Der 2698 Meter hohe Einser liegt im Fischleintal in Südtirol und gehört zusammen mit Neuner, Zehner, Elferkofel und Zwölferkofel zur sogenannten Sextener Sonnenuhr.

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Im Jaccuzzi auf dem Mont-Blanc auf 4808 müM

Eine Gruppe Verrückter hat erfolgreich ein Jaccuzzi auf den Mont-Blanc transportiert und anschliessend das Bad genossen! Die Story in Bildern gibts hier.

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Das Morgenberghorn (2248,8 m)

Im Aktuellen Alpin der SAC sind verschiedene Berner Oberländer Gipfel beschrieben. So auch das Morgenberghorn.

Ausgangspunkt war Äschiried (Bushaltestelle)1’015 müM. Von da gings via Greberegg hinauf auf die Alp Brunni. Bis hierhin eine lockere Wanderung. Danach gehts steil bergauf bis auf dem Gipfel. Einige heiklere Stellen (T3 – T4) sind mit Stahlseilen gesichtert. Oben auf dem Gipfel mussten, wie immer wenn ein Gipfel im Alpin beschireben wird, fast Platzkarten gezogen werden. Die prächtige Aussicht über dem Nebelmeer ist gewaltig und atemraubend.
Für den Abstieg (T3) in östlicher Richtung hinab ins Sulgtäli brauchts nochmals gut 2 1/2 Stunden. Auch da hats eine Stelle die mit Stahlseil gesichert ist. Auf dem Rengglipass kann man auch gegen Saxtenen und weiter nach Wilderswil.

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Bergführer dürfen weiterarbeiten

Das von der Militärjustiz eröffnete Strafverfahren zum Lawinenunglück an der Jungfrau mit sechs toten Soldaten hat vorläufig keine Konsequenzen in der Armee. Die nächste RS der Gebirgsspezialisten beginnt wie geplant und die beiden Bergführer, gegen die wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird, arbeiten weiter.

wir ziehen die Augenbrauen hoch ^^!